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Bilingualität lohnt sich

Wie viel Englisch verstehen unsere Kita-Kinder? Wie funktioniert unser immersives Angebot im Rahmen der offenen Pädagogik? Mit welchen Englischkompetenzen kommen unsere Kinder in die Schule? Spannende Fragen, auf die wir fachlich fundierte Antworten gefunden haben und nun wissen: Unsere langjährige Erfahrung, die kontinuierliche Fortbildung und die wissenschaftliche Begleitung zahlen sich aus.

Grundlage ist eine im Mai/Juni 2012 von uns durchgeführte Evaluation zur Einschätzung der Englischkompetenzen der Kinder in unseren bilingualen Kitas. In 16 Häusern von Kinderwelt Hamburg e.V. und der Flachsland Zukunftsschulen gGmbH wurden insgesamt 316 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von ihren „native speakers“ beobachtet. Als Instrument diente ein zweiseitiger Bogen, der auf Grundlage bereits vorhandener wissenschaftlich geprüfter Verfahren entwickelt wurde.

 Folgende Ergebnisse lassen sich zusammenfassen:

- Das Hörverständnis der englischen Sprache ist bei allen Altersgruppen bereits stark ausgeprägt. Die Mehrzahl der Kinder reagiert angemessen auf wiederkehrende englische Alltagsformen. Die meisten Kinder hören dem Englischen aufmerksam zu und zeigen durch ihre Handlungen sehr deutlich, dass sie das Gesagte verstanden haben. Auch im Gespräch mit den englischsprachigen Pädagogen antworten sie überwiegend auf Deutsch inhaltlich passend.

- Das Sprechen der englischen Sprache ist – wie in der deutschen Sprache auch – stark altersabhängig. Wir konnten jedoch feststellen, dass fast alle Kinder auf Englisch bis 10 zählen können, die Hälfte sogar bis 20. Es zeigt sich deutlich: Je ritualisierter die Sprachanwendung ist (wie zählen, Fingerspiele aufsagen, singen, Farben benennen, Sprachrituale wie Tischspruch, etc.), desto früher und mehr Kinder können dies auch auf Englisch.

- Alle beobachteten Kinder entwickeln sehr gute Beziehungen zu den englischsprachigen Pädagogen – auch über sprachliche Barrieren hinweg. Und da wir wissen, dass Bindung die Voraussetzung ist für gelingende Bildungsprozesse, ist das ein wichtiges Ergebnis für uns.

Für Kinderwelt Hamburg und Flachsland Zukunftsschulen und insbesondere für die englischsprachigen Pädagogen geben diese Beobachtungen Handlungssicherheit für die tägliche Anwendung der englischen Sprache. Auch auf Unsicherheiten der Eltern kann reagiert werden, u.a. zur Entwicklung der Kinder mit Migrationshintergrund. Obwohl die Kinder in der Kita z.T. eine dritte oder gar vierte Sprache lernen, zeigt sich – bezogen auf die englische Sprachentwicklung – eine ähnliche Entwicklung zu den Kindern, die einsprachig deutsch aufwachsen.

Vergleichen wir unsere Beobachtung mit den Anforderungen  für das Englischlernen in der Grundschule stellen wir fest, dass die Kinder englischsprachige Kompetenzen im Bereich Hörverstehen (z.B. Anweisungen ausführen, formelhafte Äußerungen verstehen) und Sprachproduktion (z.B. Zählen, Farben) durchaus bereits in ihrer Kita-Zeit entwickeln.

Hierbei werden wir gestützt durch die Evaluation an unserer Flachsland Zukunftsschule (Prof. Daniela Elsner, Uni Frankfurt, Prof. Jörg Kessler, PH Ludwigsburg). Die Wissenschaftler erheben seit 2009 mithilfe von Testverfahren, wie sich die englische Sprache der Primarkinder entwickelt. Hierbei wurde auch festgestellt, dass die Kinder, die über bilinguale Vorerfahrungen verfügen (z.B. aus dem Elementarbereich der Flachsland Zukunftsschule oder anderen Kinderwelt-Kitas), den Kindern ohne im Hörverstehen und teilweise in der Sprachproduktion deutlich überlegen sind.