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"Man achtet mehr auf andere"

Simone Hamann und Michael Plum beim Üben der Gebärdensprache

Februar 2014 Sich ohne Worte zu unterhalten ist gar nicht so leicht, aber mit Hilfe von Mimik und Gebärden geht es durchaus. Und macht auch noch eine Menge Spaß, finden Simone Hamann und Michael Plum. Die beiden Küchenmitarbeiter von Kinderwelt Hamburg lernen Gebärdensprache, um sich mit ihren Kunden, den gehörlosen oder schwerhörigen Kindern an der Elbschule, besser verständigen zu können. Davon profitieren sie nicht nur während der Arbeitszeit.

Für jedes Familienmitglied gibt es mindestens eine Gebärde

„Man achtet mehr auf andere“, findet Michael Plum. Der 27-Jährige ist verantwortlich für 400 Essen täglich. Seit August 2013 hat Kinderwelt Hamburg e.V. die Schulverpflegung an der Elbschule in Bahrenfeld übernommen. Der Koch steht dort nicht nur am Herd, sondern mittags gern persönlich am Ausgabetresen. Um zu erfahren, wie es geschmeckt hat oder ob ein Nachschlag gewünscht wird, nutzt der Koch Gebärden. Ebenso, um sich mit seinem Mitarbeiter Renke Buchmann zu verständigen. „Einfach ‚Teller!’ zu rufen wie sonst in der Küche, geht hier eben nicht“. Michael muss lautlos auf sich aufmerksam machen und dann die kreisende Handbewegung als Symbol für den Teller ausführen.  „Das klappt im Alltag wunderbar.“

Kollegin Simone Hamann, Mitarbeiterin der Küche Heidberg, schätzt die Gebärdensprache ebenfalls. „Ich habe eine schwerhörige Freundin und war deshalb neugierig. Durch den Kurs ist mir bewusst geworden, wie laut die Welt eigentlich ist.“